Der gute Grund

ich taucht.
ich taucht hinab.
ich taucht hinab
bis auf den Grund.
ich hat.
ich hat einen Grund.
ich hat einen Grund
erfunden.

Wie wahr, denkt ich lautlos, wie wahr.
Nähert sich, tastet sich heran. Spürt.
Empfindung,denkt ich.
Für wahr Genommenes
in des Geistes zittriger Hand.
Greif zu!
Halt fest!
Da ist es.
Das ist es.
Unausweichlich.
Unumstritten.
Oder aber:
Dies wäre es.
Dies könnte es sein.
Ja?
oder
Vielleicht?
Oder aber:

Ich taumelt.
Ich taumelt entlang.
Ich taumelt entlang
seines Grundes.

Nährt er mich? fragt ich laut.
Und :
Stillt er ihn?

Der Wissensdurst lehnt am Tresen der Einsicht und leckt an Gewissheitstropfen. Herr Ober, noch zwei, bitte!
Ich setzt an und trinkt.
Trinkt gierig.
Will es. Will es haben.
Will es. Will es wissen.
Voll des Verlangens.
Unentwegt.
Unumgänglich.
Ganz und Gar.
Glasklar.
Kein Ende weit und breit.
Und:

Ich beugt sich vor.
Ich schürzt Lippen.
Ich schlürft. Ich schlürft Gewissheit.

Literweise in sich rein. Setzt ab. Setzt wieder an.
Und schlürft. Und schlürft.
Weiter. Immer weiter.

Ich will ihn leeren. Diesen einen Kelch.

Hinab,
Hinab.
Bis hin zum Grund.
Das ist er.
Da liegt er.
Hier vor mir.
So leicht erreichbar!
Klar und deutlich.

Weiß!
Weiß!
Weißestes Weiß!
Ich weiß.
Ich weiß es.
Ich weiß es schon
Ich weiß es schon immer nicht.

CUT

Verkleinerung und Schrumpfsinn
lauern hier am Wegesrand.
Der Wissensdurst im Staub darnieder.
Sehr lange Schatten hier (pause)
hier im Apfelparadies.
Wo einst der Regen war, starren jetzt Löcher in die heiße Luft.
Nichts und Niemand reden.
Reden mit ich.

Nichts sagt: ich bin ohne Grund!
Und:
Ich braucht keinen!
Entgegnet Niemand.

Doch ich will ihn!
Brüllt das Ich
Will ihn haben!
Habe ihn!
Habe ihn erfunden!!!!

Nichts und Niemand lehnen an diesem einen Apfelbaum und schenken ich Genügsamkeit.

Erde dreht sich
Erde dreht sich weiter
Erde dreht sich weiter
um diese eine Sonne
Grundlos!